Wenn ich mein Blatt aufnehme und sortiere, schaue ich immer zuerst auf eine Sache: Wie viele Buben halte ich, und welche? Alles andere kommt danach. Die vier Buben, am Tisch oft Wenzel oder Unter genannt, sind die stärksten Karten im Skat und die Grundlage fast jeder Entscheidung. Wer sie versteht, versteht das halbe Spiel. In diesem Beitrag gehe ich durch, was die Buben so besonders macht, in welcher Reihenfolge sie stehen, was sie zählen, und den einen Sonderfall, in dem sie ihre Macht komplett verlieren.

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Vier Buben, vier Namen

Jede der vier Farben hat einen Buben: den Kreuz-Buben, den Pik-Buben, den Herz-Buben und den Karo-Buben. Am Tisch hörst du für dieselbe Karte verschiedene Bezeichnungen. Bube ist der übliche Name, Unter kommt vom deutschen Blatt, und Wenzel ist die alte, liebevolle Bezeichnung, die viele Vereinsspieler bis heute nutzen. Gemeint ist immer dasselbe: die vier höchsten Karten des Spiels.

Die Reihenfolge ist fest: Kreuz, Pik, Herz, Karo

Das ist der wichtigste Satz des ganzen Beitrags: Die Buben stehen immer in derselben Rangfolge, egal welche Farbe Trumpf ist. Von oben nach unten sind das Kreuz-Bube, Pik-Bube, Herz-Bube, Karo-Bube. Der Kreuz-Bube, am Tisch gern der Alte genannt, ist die höchste Karte im ganzen Spiel. Kein Ass, keine Zehn, kein anderer Trumpf schlägt ihn (die einzige Ausnahme ist das Nullspiel, dazu gleich mehr).

Diese Reihenfolge musst du nicht mühsam auswendig lernen, du kannst sie dir merken: Kreuz, Pik, Herz, Karo, in genau der Wertigkeit, die auch die Grundwerte der Farben haben (Kreuz 12, Pik 11, Herz 10, Karo 9). Der stärkste Bube gehört zur stärksten Farbe, der schwächste zur schwächsten. Ich habe es mir vor Jahrzehnten so eingeprägt und musste nie wieder überlegen.

Ein häufiger Anfängerfehler: Die Buben behalten diese Reihenfolge auch dann, wenn eine andere Farbe Trumpf ist. Spielst du zum Beispiel Karo, ist der Karo-Bube trotzdem der niedrigste der vier, obwohl Karo deine Trumpffarbe ist. Der Kreuz-Bube bleibt der höchste, immer.

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Buben als höchste Trümpfe

Bei jedem Farbspiel und beim Grand sind die vier Buben Trümpfe, und zwar die höchsten. Beim Farbspiel bilden sie zusammen mit der Trumpffarbe einen Trumpfblock von elf Karten: die vier Buben oben, darunter die sieben Karten der Trumpffarbe in der Reihenfolge Ass, Zehn, König, Dame, Neun, Acht, Sieben. Elf Trümpfe von 32 Karten, das ist ein Drittel des Spiels, und wer die meisten davon hält, gibt den Ton an. Die genaue Kette habe ich in der Kartenreihenfolge beim Trumpf aufgeschlüsselt.

Beim Grand ist es strenger: Da sind ausschließlich die vier Buben Trumpf, sonst nichts. Nur vier Trümpfe im ganzen Spiel, und alle anderen Karten sind reine Farbkarten. Deshalb entscheiden beim Grand die Buben fast alles; wer drei oder vier von ihnen hat, sitzt sehr komfortabel. Wer keinen einzigen hält, sollte einen Grand dagegen sehr genau überlegen, denn ohne Trumpf in der Hand ist man dem Alleinspieler oft ausgeliefert. Mehr dazu steht in Was ist ein Grand.

Was die Buben zählen

Hier überrascht sich mancher selbst: Die Buben sind zwar die stärksten Karten, aber nicht die wertvollsten in Augen. Jeder Bube zählt genau 2 Augen, alle vier zusammen also 8. Die dicken Augen stecken woanders, im Ass mit 11 und in der Zehn mit 10. Ein Bube ist Kontrolle, kein Punktelieferant. Er gewinnt dir den Stich, aber die Augen, die er einsammelt, bringen die anderen Karten mit. Genau darum ziehe ich mit meinen Buben gern die Trümpfe der Gegner heraus und hole die dicken Augen später. Wie sich die Kartenwerte insgesamt verteilen, kannst du in der Punkteliste und in Augen zählen nachsehen.

Buben, mit und ohne, und dein Reizwert

Die Buben sind auch die Grundlage dafür, wie hoch du reizen darfst. Ob du mit oder ohne spielst, hängt allein von der ununterbrochenen Reihe der höchsten Trümpfe ab, und die beginnt beim Kreuz-Buben. Hast du den Kreuz-Buben, spielst du mit so vielen Spitzen, wie die lückenlose Kette von oben reicht. Fehlt er dir, spielst du ohne, und zwar ohne so viele, wie dir von oben fehlen.

Ein kurzes Beispiel: Hältst du Kreuz-Buben und Pik-Buben, aber nicht den Herz-Buben, spielst du mit zweien. Fehlt dir der Kreuz-Bube, hast aber Pik-Buben und Herz-Buben, spielst du ohne einen. Aus dieser Zahl und dem Grundwert deiner Farbe ergibt sich der Reizwert. Die vollständige Logik mit vielen Beispielen steht in Mit und ohne beim Skat, und wenn du deinen eigenen Reizwert prüfen willst, nimm den Reizwert-Rechner oder schlag in der Reizwerte-Tabelle nach.

Der Sonderfall: beim Null sind die Buben ganz normal

Jetzt kommt der Teil, der viele überrascht und den man am Tisch immer wieder erklären muss. Beim Nullspiel gibt es keine Trümpfe, und das gilt auch für die Buben. Sie verlieren ihre Sonderstellung vollständig und ordnen sich als gewöhnliche Karten in ihre eigene Farbe ein. Die Kartenreihenfolge beim Null lautet von oben nach unten Ass, König, Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht, Sieben. Der Bube sitzt also zwischen Dame und Zehn, mitten im Feld.

Das ändert alles. Der Kreuz-Bube, eben noch die höchste Karte des Spiels, ist im Null nur ein mittlerer Kreuz, der vom Kreuz-Ass, König und der Dame geschlagen wird. Für die Verteidigung ist das eine Falle: Ein vermeintlich starker Bube kann dir im Null einen Stich aufzwingen, den du gar nicht willst. Wie das Nullspiel im Ganzen funktioniert, steht in Das Nullspiel verstehen, und die Werte findest du in Null, Null Hand, Null Ouvert.

Die Buben mitzählen im Spiel

Es reicht nicht, die eigenen Buben zu kennen; ich behalte auch im Auge, welche noch im Spiel sind. Weil es nur vier gibt und sie so viel entscheiden, lohnt sich das mehr als bei jeder anderen Karte. Als Alleinspieler ziehe ich mit meinen hohen Buben die Trümpfe der Gegner heraus und merke mir, wie viele schon gefallen sind. Sind alle vier Buben weg und die restlichen Trümpfe bei mir, kann mir kein Stich mehr genommen werden, und ich spiele meine dicken Augen ohne Sorge aus.

Als Gegenspieler gilt dasselbe umgekehrt: Wenn ich sehe, dass der Alleinspieler nur zwei oder drei Buben hatte, weiß ich, dass mindestens einer bei uns liegt, und wir können ihn gezielt setzen, um einen wichtigen Stich abzufangen. Dieses Mitzählen ist keine Gedächtniskunst, sondern Übung; ich verfolge im Grunde nur vier Karten. Wie ich mir den Überblick ohne Krampf bewahre, habe ich in Karten merken beim Skat beschrieben.

Wie ich meine Buben lese

Am Skattisch verrät mir die Zahl meiner Buben in Sekunden, ob ich überhaupt ein Spiel habe. Ein einzelner Kreuz-Bube ist schon Gold wert, weil er die höchste Karte ist und mir einen sicheren Stich und die Kontrolle über die Trümpfe gibt. Zwei oder drei Buben, und ich denke meist ans Reizen. Vier Buben, und ich habe fast immer die Führung, oft sogar einen Grand in der Hand.

Deshalb sortiere ich mein Blatt so, dass die Buben sofort ins Auge fallen; wie ich das mache, habe ich in Das Blatt sortieren beschrieben. Merke dir die drei Dinge, und du hast die Buben verstanden: Ihre Reihenfolge ist Kreuz vor Pik vor Herz vor Karo und ändert sich nie. Sie sind die höchsten Trümpfe bei Farbe und Grand, aber im Null ganz normale Karten. Und sie zählen nur 2 Augen, sind also Macht, nicht Beute. Wer nach diesen drei Sätzen auf sein Blatt schaut, trifft schon deutlich bessere Entscheidungen.