Ein Grand ist das Skatspiel, bei dem allein die vier Buben Trumpf sind. Anders als beim Farbspiel gibt es also keine Trumpffarbe, sondern nur vier Trümpfe insgesamt, und alle anderen Karten gehören zu ihrer normalen Farbe. Am Skattisch gilt der Grand als das Königsspiel, und wenn er durchläuft, fühlt sich das auch so an. Aber der Reihe nach.
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Was den Grand von den Farbspielen unterscheidet
Beim Farbspiel bestimmt der Alleinspieler eine Trumpffarbe, zu der dann die vier Buben und die sieben weiteren Karten dieser Farbe zählen, insgesamt elf Trümpfe. Beim Grand fallen diese sieben Farbkarten weg. Übrig bleiben nur die Buben in der festen Reihenfolge Kreuz, Pik, Herz, Karo. Die restlichen 28 Karten sind schlichte Farbkarten ohne Trumpfkraft. Das Ziel bleibt gleich, der Alleinspieler braucht 61 der 120 Augen. Die Grundmechanik einer Skatrunde steht in den Skat-Regeln.
Dieser kleine Unterschied verändert alles. Beim Farbspiel kannst du mit einer langen Trumpffarbe die Gegner Runde für Runde trumpffrei ziehen und spät noch mit einer kleinen Karte stechen. Beim Grand ist damit nach spätestens vier Stichen Schluss, denn dann sind alle vier Buben gefallen. Ab dann gewinnt in jeder Farbe schlicht die höchste Karte, und das heißt: Ass sticht Zehn, sonst nichts. Wer die Buben nicht kontrolliert und keine Asse hält, verliert die Führung, bevor er sie richtig hatte.
Die Kartenreihenfolge im Grand
In der Trumpfreihe stehen nur die vier Buben: Kreuz-Bube, Pik-Bube, Herz-Bube, Karo-Bube, von hoch nach niedrig. Der Kreuz-Bube ist damit die stärkste Karte im ganzen Spiel, ihn sticht nichts. In den vier Farben gilt die übliche Skatreihenfolge Ass, Zehn, König, Dame, Neun, Acht, Sieben. Die Zehn steht also auch hier direkt unter dem Ass, ein Punkt, über den Anfänger regelmäßig stolpern. Eine blanke Zehn fällt im Grand fast sicher ins gegnerische Ass, und das sind mit einem Schlag 21 Augen für die andere Seite.
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Wie viel ist ein Grand wert?
Der Grand hat den Grundwert 24, den höchsten aller regulären Spiele. Er liegt damit weit über den Farbspielen (Karo 9, Herz 10, Pik 11, Kreuz 12). Multipliziert wird dieser Grundwert mit dem Faktor aus Spitzen, Spiel und Zuschlägen. Der kleinste Grand steht bei 48, also 24 mal 2, wenn du mit oder ohne einen Buben spielst. Ein Grand mit allen vier Buben zählt “mit vieren, Spiel fünf”, also 24 mal 5 = 120, und das noch ohne jeden Zuschlag. Nach oben ist viel Luft: Ein Grand Hand oder gar ein Grand Ouvert bringt ein Vielfaches. Wie sich der Faktor genau zusammensetzt, zeigt der Beitrag zur Spielwertberechnung, und die ganze Reihe der Werte steht in der Reizwerte-Tabelle.
Wann sich ein Grand lohnt
Weil der Grand nur vier Trümpfe kennt, lebt er von hohen Karten. Die Frage ist nicht “Habe ich viele Buben?”, sondern “Wo kommen meine 61 Augen her?”. Die Buben selbst zählen nur zwei Augen pro Stück, die Substanz liegt in den Assen und Zehnen der Farben. Am Tisch sehe ich immer wieder, wie jemand drei Buben aufnimmt, sich freut und Grand ansagt, ohne ein einziges Ass daneben. Das geht selten gut, denn den Gegnern gehören dann alle Farben.
Eine brauchbare Faustregel für den Anfang: Buben und Asse zusammen betrachten. Zwei Buben mit drei Assen sind ein solider Grand, drei Buben mit zwei Assen ebenso. Mit den beiden höchsten Buben (Kreuz und Pik) ziehst du zweimal Trumpf und nimmst den Gegnern ihre Buben weg, danach laufen deine Asse ungestört. Wann sich die Ansage wirklich rechnet und mit welchen Blättern du ihn wagen solltest, behandelt der ausführliche Beitrag zum Grand spielen. Und wer nur die kurze Definition brauchte, kennt sie jetzt: vier Buben Trumpf, sonst nichts, und ein Wert, der sich sehen lassen kann.