Mit und ohne beziehen sich beim Skat auf die Spitzen, also die Buben von oben durchgezählt: Kreuz-Bube, Pik-Bube, Herz-Bube, Karo-Bube. Wer die obersten Buben lückenlos besitzt, spielt “mit” so vielen Spitzen; wer sie von oben her nicht hat, spielt “ohne” ebenso viele. Beide Fälle ergeben dieselbe Zahl und denselben Faktor. Das ist der eine Punkt, an dem fast jeder Anfänger zuerst hängen bleibt, und wenn er einmal sitzt, wird das ganze Reizen mit einem Mal einfach.
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Was “mit 2 spielt 3” bedeutet
Der Spruch fasst die Rechnung zusammen. Zu den gezählten Spitzen kommt immer eine 1 für das Spiel selbst hinzu. Wer mit zwei Spitzen spielt, also den Kreuz- und den Pik-Buben lückenlos hält, hat den Faktor 2 plus 1, also 3. Deshalb heißt es “mit zwei spielt drei”. Genauso gilt “mit einem spielt zwei” oder “ohne drei spielt vier”. Die Spielstufe ist damit gefunden, den Rest erledigt der Grundwert. Wie daraus der volle Spielwert wird, steht im Beitrag zur Spielwertberechnung.
Ein Zahlenbeispiel macht es greifbar. Du planst ein Pik-Spiel und hältst den Kreuz-Buben, den Pik-Buben und den Herz-Buben lückenlos. Das ist “mit drei”, also Faktor 3 plus 1 = 4. Der Grundwert von Pik ist 11, dein Spielwert also 11 mal 4 = 44. Bis 44 darfst du reizen, keinen Schritt weiter, sonst überreizt du dich. So einfach ist die Rechnung, und mehr steckt am Tisch selten dahinter.
Mit oder ohne: warum die Zahl gleich ist
Entscheidend ist immer der oberste Trumpf, der Kreuz-Bube. Hast du ihn, zählst du von oben, wie viele Buben lückenlos folgen, das sind deine “mit”-Spitzen. Hast du ihn nicht, zählst du von oben, wie viele dir fehlen, das sind deine “ohne”-Spitzen. Ein Beispiel: Du hältst Kreuz-Buben und Pik-Buben, aber nicht den Herz-Buben. Dann spielst du “mit zwei”. Fehlt dir dagegen schon der Kreuz-Bube, hast aber Pik- und Herz-Buben, dann spielst du “ohne eins”, denn oben fehlt genau ein Bube. In beiden Fällen bestimmt die lückenlose Reihe ab dem Kreuz-Buben die Zahl. Beim Grand sind ausschließlich die vier Buben Trumpf; bei den Farbspielen zählen darunter noch die Trumpfkarten der jeweiligen Farbe, aber die Spitzen sind immer nur die Buben.
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Warum die Spitzen den Reizwert bestimmen
Die Zahl der Spitzen ist der wichtigste Baustein deines Reizwerts, denn sie steckt direkt im Faktor. Je mehr lückenlose Buben du von oben hast oder je mehr dir von oben fehlen, desto höher steigt der Spielwert und desto höher darfst du reizen. Die vollständige Reihe der erreichbaren Werte findest du im Beitrag zu den Reizwerten.
Die Falle bei “ohne”: der Skat kann die Zahl drücken
Einen Punkt lerne ich Neulingen am Tisch besonders gern ein, weil er teuer wird, wenn man ihn übersieht. Bei einem “mit”-Blatt kann dir nichts Böses passieren: Der Skat kann deine Spitzenreihe höchstens nach unten verlängern, dein Faktor bleibt gleich oder steigt. Bei einem “ohne”-Blatt ist das anders. Nimmst du “ohne zwei” den Skat auf und liegt dort einer der fehlenden oberen Buben, ändert sich deine Spitzenzahl nachträglich. Aus “ohne zwei” wird plötzlich “mit eins”, die Spielstufe sinkt, und wenn du vorher an die Reizgrenze gegangen bist, hast du dich überreizt, ohne eine einzige Karte gespielt zu haben. Deshalb reize ich mit “ohne”-Blättern immer eine Spur vorsichtiger. Was Überreizen im Detail bedeutet, steht im Beitrag zum Reizen.