Der Grand Ouvert ist das höchste Spiel im Skat und mit allen Zuschlägen 264 Punkte wert. Er ist ein Grand, den du mit offen auf dem Tisch liegenden Karten spielst, also für die Gegner einsehbar, und ohne einen einzigen Stich abzugeben.
Gratis-PDF
Skat-Spickzettel: Regeln und Kartenwerte
Alle Kartenwerte, Trümpfe und Grundwerte auf einer Seite, gratis als PDF, dazu ab und zu neue Skat-Tipps.
Kostenlos, jederzeit abbestellbar. Der Download startet gleich nach dem Eintragen.
Wie sich der Wert von 264 ergibt
Der Grundwert des Grand ist 24. Beim Grand Ouvert kommen die höchstmöglichen Zuschläge zusammen, und der Faktor erreicht damit die 11. Er setzt sich so zusammen: vier Spitzen (alle vier Buben), plus 1 für das Spiel, plus 1 für Hand, plus 1 für Schneider, plus 1 für Schneider angesagt, plus 1 für Schwarz, plus 1 für Schwarz angesagt, plus 1 für Ouvert. Das ergibt 4 + 1 + 1 + 1 + 1 + 1 + 1 + 1 = 11. Der Spielwert ist also 24 × 11 = 264. Ein höherer Wert ist im Skat nicht erreichbar. Wie sich Grundwert und Faktor allgemein multiplizieren, steht ausführlich im Beitrag zur Spielwertberechnung.
Die Bedingungen: warum der Ouvert so viel verlangt
Der Grand Ouvert ist nicht einfach ein teurer Grand, er stellt harte Anforderungen. Du spielst ihn aus der Hand, nimmst den Skat also nicht auf. Du legst deine zehn Karten offen hin, bevor der erste Stich fällt. Und du musst alle zehn Stiche machen, also schwarz spielen. Verlierst du auch nur einen Stich, ist der ganze Grand Ouvert verloren. Genau deshalb wagt ihn kaum jemand: Das Blatt muss von sich aus lückenlos durchlaufen, meist mit allen vier Buben und einer erdrückenden langen Farbe, damit die Gegner trotz offener Karten nirgends einen Stich holen.
Das Buch zum Blog
Skat verstehen und gewinnen
Das große Handbuch von Werner Brandt: alle Regeln, das Reizen mit vollständiger Reiztabelle, Farbspiel, Grand, Null und Ramsch, dazu vier Beispielhände Stich für Stich.
Werbung · Amazon-Partnerlinks. Bei einem Kauf erhalten wir eine Provision, ohne Mehrkosten für dich.
Grand Ouvert und Grand Hand
Der Grand Ouvert ist die Steigerung des Grand Hand. Beide werden aus der Hand gespielt, aber der Ouvert legt die Karten zusätzlich offen und verlangt schwarz. Deshalb liegt der Grand Hand im Höchstfall bei 168 und der Grand Ouvert eben bei 264. Die Grundmechanik des Grand, also die vier Buben als einzige Trümpfe, erklärt der Beitrag zum Grand spielen.
Wie ein Grand-Ouvert-Blatt aussieht
Damit ein Grand Ouvert überhaupt in Frage kommt, muss das Blatt von sich aus lückenlos durchlaufen. In der Praxis heißt das fast immer: alle vier Buben, dazu eine erdrückend lange und hohe Farbe und in den übrigen Farben nichts, was ein Gegner überstechen kann. Ein Musterblatt wäre etwa alle vier Buben plus Ass, Zehn, König, Neun einer Farbe und dazu die beiden anderen Asse. Du ziehst mit den Buben alle Trümpfe, spielst dann deine lange Farbe durch, und die Gegner sehen bei offenen Karten genau, dass sie nichts machen können. Genau das ist der Punkt: Selbst mit vollem Wissen über dein Blatt dürfen sie keinen einzigen Stich finden. Eine blanke Zehn oder ein ungedeckter König, und der Ouvert ist keiner mehr.
Warum ich ihn in vierzig Jahren selten gesehen habe
Ehrlich gesagt kommt der Grand Ouvert am normalen Skattisch fast nie vor. Ein Blatt, das ihn wirklich hergibt, bekommt man vielleicht ein paarmal im Jahr, und selbst dann verlangt er Nerven, denn ein einziger unbedachter Stich reißt die vollen 264 Punkte in den Abgrund. Wer sich unsicher ist, ob sein Blatt trägt, fährt mit einem normalen Grand Hand oft besser. 168 Punkte sind auch nicht schlecht, und der Grand Hand verzeiht eher, weil man nicht schwarz spielen muss. Der Grand Ouvert ist die schöne Ausnahme, das Spiel, von dem man am Stammtisch noch Jahre später erzählt. Als Werkzeug für den Punktestand taugt er selten, dafür ist er zu selten sicher. Wer nachrechnen will, gibt sein Blatt in den Spielwert-Rechner ein, und die ganze Werteskala steht in der Reizwerte-Tabelle.