Ein Stich beim Skat auf dem Tisch, drei ausgespielte Karten

Gegen ein Farbspiel verteidigen: Trümpfe kosten, Augen sichern

Die meisten Spiele am Skattisch sind Farbspiele, und in zwei von drei Runden sitzt du nicht als Alleinspieler da, sondern gehörst zur Gegenpartei. Gutes Gegenspiel entscheidet auf lange Sicht mehr Abende als der eine spektakuläre Grand, den du selbst gewinnst. Trotzdem wird das Verteidigen sträflich vernachlässigt, weil es weniger glamourös wirkt. Dabei ist es eine Kunst für sich: Ihr seid zu zweit, dürft euch nicht absprechen und müsst trotzdem wie ein Team spielen. Wie das gegen ein Farbspiel gelingt, habe ich in vierzig Jahren am Tisch gelernt, und die wichtigsten Handgriffe gebe ich dir hier weiter. ...

Die vier Buben in ihrer Rangfolge von Kreuz bis Karo, die einzigen Trümpfe im Grand

Grand mit vier Buben: warum das Blatt trotzdem kippen kann

Es gibt kaum ein Gefühl beim Aufnehmen der Karten, das dem gleichkommt: Du sortierst dein Blatt, und da liegen sie, alle vier Buben nebeneinander. Kreuz, Pik, Herz, Karo. Die halbe Runde reizt du im Kopf schon weg, bevor die erste Zahl gefallen ist. Und tatsächlich, mit vier Buben hast du beim Grand eine Sache sicher: die volle Kontrolle über die Trümpfe. Kein Gegner kann dir dazwischenstechen, denn die Buben sind im Grand die einzigen Trümpfe, und du hast sie alle. Was viele dabei vergessen: Kontrolle ist nicht dasselbe wie Sieg. Ich habe genug Vier-Buben-Grands gesehen, die sang- und klanglos verloren gingen. Warum das passiert und wie du es vermeidest, darum geht es hier. ...

Ein aufgefächertes Skatblatt mit den zwei verdeckten Skatkarten daneben

Hand spielen oder Skat aufnehmen: wie ich mich entscheide

Es gibt diesen kurzen Moment, nachdem das Reizen entschieden ist und bevor du dein Spiel ansagst. Alle schauen dich an, die zwei Karten des Skat liegen verdeckt in der Mitte, und du triffst eine Entscheidung, die den Wert deines Spiels und manchmal auch den Ausgang bestimmt: Nimmst du den Skat auf, oder spielst du Hand? Anfänger greifen fast reflexartig zu den zwei Karten, weil zwei geschenkte Karten sich gut anfühlen. Erfahrene Spieler halten hier kurz inne. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie ich diese Wahl treffe, was sie kostet, was sie bringt, und woran ich mich orientiere. ...

Ausgespielte Skatkarten in einem Stich auf dem Tisch

Stechen oder abwerfen: was du tust, wenn du nicht bedienen kannst

Es gibt einen Moment in fast jedem Spiel, in dem du plötzlich die Wahl hast. Eine Farbe wird angespielt, die du nicht mehr besitzt, und auf einmal bist du frei: Du darfst mit Trumpf stechen oder eine beliebige Karte abwerfen. Kein Zwang, keine Pflicht, freie Entscheidung. Genau diese Freiheit trennt am Skattisch die Gelegenheitsspieler von denen, die wissen, was sie tun. Denn hier verschenkt man Augen, verschwendet Trümpfe oder gibt dem Partner heimlich ein Zeichen, je nachdem, wie man wählt. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie ich diese Entscheidung treffe, Schritt für Schritt und aus der Praxis. ...

Aufgefächertes Kartenspiel auf einem Tisch

Wahrscheinlichkeiten beim Skat: wie sich die 32 Karten verteilen

Skat ist kein Glücksspiel im engeren Sinn, aber die Kartenverteilung ist nun einmal Zufall, und wer sie ein wenig in Zahlen fassen kann, spielt ruhiger. Ich rede hier nicht von komplizierter Mathematik, sondern von einer Handvoll Werten, die ich im Kopf habe, wenn ich mein Blatt einschätze. Der Ausgangspunkt ist immer derselbe: Sobald du deine zehn Karten sortiert hast, sind 22 Karten für dich unsichtbar. Alles, was du berechnen kannst, folgt aus dieser einen Aufteilung. In diesem Beitrag gehe ich die wichtigsten Fälle durch, mit echten Zahlen, und zeige, was ich am Skattisch daraus mache. ...

Skatkarten in einem Etui auf einem Tisch

Gegen ein Null spielen: so bringt ihr den Alleinspieler zu Fall

Beim Nullspiel dreht sich alles um. Sonst zählt ihr Augen und wollt über 60 kommen, hier sind Augen völlig egal. Der Alleinspieler hat genau ein Ziel: keinen einzigen Stich machen. Und ihr habt genau ein Gegenziel: ihm einen einzigen Stich aufzwingen. Mehr braucht ihr nicht. Ein Stich, irgendeiner, und das Null ist verloren. Das klingt leicht, ist es aber nicht, denn ein guter Nullspieler hat sich sein Blatt so gedrückt, dass er fast überall untendurch schlüpfen kann. In diesem Artikel zeige ich dir, wie ihr ihn trotzdem stellt. Wenn dir die Grundregeln des Null noch nicht sicher sitzen, lies vorher das Nullspiel nach, hier baue ich darauf auf. ...

Die vier Buben eines Skatblatts nebeneinander, die einzigen Trümpfe im Grand

Gegen den Grand verteidigen: wie ihr den Alleinspieler zu zweit kippt

Wenn am Tisch ein Grand angesagt wird, sacken bei vielen Gegenspielern die Schultern nach unten. Der Alleinspieler hat ein starkes Blatt, sonst würde er keinen Grand riskieren, und der Reizwert steht hoch. Trotzdem verliere ich als Alleinspieler regelmäßig Grands, und zwar fast immer gegen zwei Gegner, die wissen, was sie tun. Ein Grand ist kein Selbstläufer. Er fällt an den langen Farben, an früh kassierten Assen und an der Sitzposition. Ich zeige hier, wie ihr als Gegenspieler einen Grand ins Wanken bringt, statt ihn geschlagen abzunicken. Wer die Grundlagen des Spiels noch einmal nachlesen will, findet sie im Beitrag was ein Grand ist. ...

Drei Spieler am Skattisch, konzentriert über ihren Karten

Karten merken beim Skat: den Überblick behalten, ohne Gedächtniskünstler zu sein

Wenn ich Anfängern beim Skat zusehe, höre ich fast immer denselben Stoßseufzer: “Ich kann mir doch nicht alle Karten merken.” Das musst du auch gar nicht. Ich spiele seit Jahrzehnten und merke mir in einem einzelnen Spiel nie alle zweiunddreißig Karten, keiner tut das. Was gute Spieler von schwachen unterscheidet, ist nicht ein Fotogedächtnis, sondern die Disziplin, sich auf die drei, vier Dinge zu konzentrieren, die das Spiel wirklich entscheiden. Der Rest ergibt sich. Ich gehe hier durch, worauf ich am Tisch tatsächlich achte, und am Ende steht ein einfaches Merksystem, mit dem du sofort anfangen kannst. ...

Ausgespielter Stich mit deutschen Skatkarten auf dem Tisch

Der Schnitt beim Skat: das Ass zurückhalten und die Zehn fangen

Es gibt einen Fehler, den ich an fast jedem Stammtisch sehe, und er kostet leise Augen, ohne dass es jemand merkt. Eine kleine Karte einer Nebenfarbe wird angespielt, und der Nächste haut sein Ass drauf, obwohl gar nichts Fettes im Stich liegt. Vier Augen für den König hätten gereicht, das Ass ist verpulvert, und die gegnerische Zehn liegt gemütlich weiter auf der Hand und kommt später ungeschoren durch. Genau davor schützt der Schnitt. Er ist keine Zauberei, sondern die Kunst, eine hohe Karte bewusst liegen zu lassen, um mit ihr eine wertvollere zu fangen. Ich gehe das der Reihe nach durch, so wie ich es am Tisch tatsächlich spiele. ...

Drei Spieler beim Skat an einem Tisch mit aufgefächerten Karten

Vorhand, Mittelhand, Hinterhand: die drei Positionen und wie ich sie spiele

Zwei gleich gute Blätter, zwei völlig verschiedene Spiele. Das liegt oft nicht am Blatt, sondern daran, wo einer sitzt. Die Position am Tisch bestimmt, wer zuerst reizen muss, wer die erste Karte legt und wer im Stich das letzte Wort hat. Ich habe schon Grands verloren, die von einer anderen Seite des Tisches sicher durchgegangen wären, und ich habe mit mittelmäßigen Karten gewonnen, nur weil ich in Vorhand saß. Wer die drei Positionen versteht, reizt mutiger, wenn er darf, und passt rechtzeitig, wenn die Position gegen ihn arbeitet. ...

Buch: Skat verstehen und gewinnen

Das Buch zum Blog

Skat verstehen und gewinnen

Das große Handbuch von Werner Brandt: alle Regeln, das Reizen mit vollständiger Reiztabelle, Farbspiel, Grand, Null und Ramsch, dazu vier Beispielhände Stich für Stich.

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