Für den ersten Skatabend reicht jedes 32er-Blatt, das irgendwo in der Schublade liegt. Wer aber regelmäßig spielt, merkt schnell, dass die Ausrüstung mitentscheidet, wie der Abend läuft. Weiche, klebrige Karten, die sich nicht mehr mischen lassen, ein Bierdeckel als Punktezettel und zehn Minuten Diskussion darüber, ob das jetzt Pik oder Kreuz war: Das alles kostet Spielfreude, und es lässt sich für wenig Geld abstellen. Hier steht, worauf ich nach vielen Jahren am Tisch achte, und was ich mir sparen würde.

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Französisches Blatt, deutsches Blatt oder Turnierbild

Skat wird mit 32 Karten gespielt, aber nicht überall mit denselben Bildern. Im Norden und Westen Deutschlands ist das französische Blatt üblich: Kreuz, Pik, Herz und Karo mit den Buben, Damen und Königen, wie man sie auch vom Rommé kennt. Im Süden und Osten hält sich das deutsche Blatt mit Eichel, Grün, Herz und Schellen; der Bube heißt dort Unter, die Dame Ober. Die Regeln sind identisch, nur die Bilder unterscheiden sich. Wer mit dem deutschen Blatt aufgewachsen ist, hält das französische für kalt, und umgekehrt sieht man beim deutschen Blatt erst einmal nicht, welche Karte höher ist.

Der Deutsche Skatverband hat deshalb vor Jahren das Turnierbild eingeführt, einen Kompromiss: französische Symbole und Bilder, aber vier verschiedene Farben. Kreuz bleibt schwarz, Pik wird grün, Herz bleibt rot und Karo wird gelb bis orange. Auf Turnieren ist dieses Blatt Pflicht, und für gemischte Runden ist es die beste Wahl, weil niemand Pik und Kreuz verwechselt und auch Spieler mit deutschem Blatt sich sofort zurechtfinden. Wenn du heute nur ein Blatt kaufst, nimm das Turnierbild. Ein Skatblatt im Turnierbild (Werbung) kostet kaum mehr als ein gewöhnliches.

Für die Hausrunde zählt dagegen nur eines: dass alle am Tisch das Blatt gern in der Hand haben. Wer immer mit deutschem Blatt gespielt hat, muss sich nicht umgewöhnen. Nur beim Wechsel in den Verein oder zu einem Preisskat lohnt es sich, das Turnierbild vorher ein paar Abende zu üben, denn in der Hitze des Reizens zählt man grüne Piks anders als schwarze.

Papier oder Plastik

Die zweite Entscheidung ist das Material. Klassische Skatkarten sind aus Karton, kunststoffbeschichtet. Sie liegen gut in der Hand, lassen sich sauber mischen und sind günstig. Ihr Nachteil: Sie leben nicht ewig. Nach einigen Dutzend Abenden werden die Kanten weich, die Karten biegen sich, und irgendwann erkennt jeder am Tisch den Kreuz-Buben an der Ecke. Spätestens dann gehört das Blatt in den Papierkorb, denn ein markiertes Blatt verdirbt das Spiel, auch wenn niemand absichtlich schaut.

Karten aus 100 Prozent Kunststoff halten um ein Vielfaches länger, lassen sich abwischen, wenn ein Glas umfällt, und bleiben plan. Sie fühlen sich anders an, glatter und etwas schwerer, und manche Spieler brauchen einen Abend, bis sie sich daran gewöhnt haben. Wer wöchentlich spielt oder einen Stammtisch ausrichtet, fährt mit Plastik-Skatkarten (Werbung) auf Dauer günstiger, auch wenn das einzelne Blatt mehr kostet. Für den gelegentlichen Spieleabend reicht Karton völlig.

Zwei Dinge, auf die ich immer achte: Die Karten sollten Eckzeichen in allen vier Ecken haben, damit man sie in jeder Haltung lesen kann, und das Format sollte das übliche Skatformat sein, etwas kleiner als Pokerkarten. Zehn Karten plus Skat liegen so fächerförmig in einer Hand, ohne dass man Finger wie ein Pianist braucht.

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Zwei Blätter am Tisch

Ein Tipp, der in jeder Vereinsrunde selbstverständlich ist und am Küchentisch fast nie: Spielt mit zwei Blättern mit unterschiedlichen Rückseiten. Während die eine Hand gespielt wird, mischt der nächste Geber schon das zweite Blatt. Das spart pro Spiel eine halbe Minute, und über einen Abend sind das zwanzig Spiele mehr. Die Rückseiten müssen sich klar unterscheiden, damit nie eine Karte des einen Blatts im anderen landet. Viele Hersteller verkaufen aus diesem Grund Doppelpacks, rot und blau.

Der Skatblock

Der Punktezettel ist beim Skat kein Beiwerk, sondern Teil des Spiels. Jedes Spiel wird mit seinem Wert notiert, Gewinne positiv, Verluste doppelt negativ, und am Ende des Abends wird abgerechnet. Auf einem Bierdeckel geht das drei Spiele lang gut. Ein richtiger Skatblock (Werbung) hat vorgedruckte Spalten für drei oder vier Spieler, eine Zeile pro Spiel und Platz für die Zwischensumme. Das klingt nach Kleinkram, aber die meisten Streitereien, die ich am Tisch erlebt habe, drehten sich nicht um Regeln, sondern um die Frage, was vor einer halben Stunde aufgeschrieben wurde. Mit Block und Bleistift ist das in zehn Sekunden geklärt. Wer lieber tippt, nimmt unsere Punkteliste, die rechnet gleich mit.

Wie man sauber anschreibt, welche Zählweise wo üblich ist und was es mit der Seeger-Fabian-Wertung auf sich hat, steht im Beitrag Skat aufschreiben.

Die Mischmaschine

Mischmaschinen gelten in vielen Runden als Spielerei, und für die meisten Tische sind sie das auch. Zwei Fälle kenne ich, in denen sie den Abend wirklich besser machen. Der erste sind Hände, die nicht mehr so wollen: Wer mit Arthrose oder Rheuma spielt, mischt zehn Minuten pro Stunde mit Schmerzen, und eine Kartenmischmaschine (Werbung) nimmt ihm das ab. Der zweite ist der ewige Verdacht, dass jemand nicht ordentlich mischt. Eine Maschine mischt immer gleich, und diese Diskussion ist vom Tisch.

Die einfachen Geräte mit Batterie und Kurbel kosten wenig und reichen für Skatkarten aus, Pokerformat passt oft ebenfalls. Wer eine kauft, sollte darauf achten, dass sie das kleinere Skatformat sauber einzieht; manche Modelle sind nur für Pokerkarten gebaut und lassen die schmaleren Karten verkanten.

Was du dir sparen kannst

Skattische mit grünem Filz, Kartenhalter, Getränkehalter und gravierte Kartenschachteln sind hübsche Geschenke und vollkommen überflüssig fürs Spiel. Ein Küchentisch mit einer Decke, die nicht rutscht, ist ein hervorragender Skattisch. Was den Abend trägt, sind ein lesbares Blatt, ein zweites zum Vorsortieren, ein Block mit Bleistift und drei Leute, die die Reiztabelle im Kopf haben. Für das Letzte gibt es hier den Reizwert-Rechner, und wer die Werte lieber ein für alle Mal lernen will, findet im Beitrag über das Reizen beim Skat den ganzen Ablauf.

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